Die Assessoren

Die Assessoren des Ludwig-Erhard-Preises bilden eine Community von weit über 400 Personen. Die Initiative sieht sie im Rahmen ihres Geschäftsmodells als ehrenamtliche Mitarbeiter an und ist entsprechend den Kriterien 3 und 7 mit den Assessoren als eine der wichtigsten Interessengruppen aktiv.

Die ganze Aktivität als Ludwig-Erhard-Preis Assessor ist ehrenamtlich. Die Überlegung, die dahinter steht, ist die, dass Organisationen anderen Organisationen helfen. Die Win-Win-Situation entsteht dadurch, dass die Bewerberorganisation ein qualifiziertes Feedback zu ihrer Management-Leistung erhält und sozusagen einen externen Benchmark wahrnimmt. Der Nutzen für den Assessor liegt darin, dass er eine fremde Organisation sehr nah kennen lernt, und außergewöhnliche Management-Leistungen live erleben kann und hieraus für seine Fachexpertise Vorteile erzielt.

Assessoren des Ludwig-Erhard-Preises sind Führungskräfte, die sich aufgrund ihrer Kompetenzen als ehrenamtliche Gutachter in den Bewertungsprozess einbringen.

Die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V. sucht für den LEP-Prozess jährlich ca. 30 neue Assessoren, um sie in den Pool der LEP-Assessoren aufzunehmen.

Wie man Assessor wird

Grundvoraussetzungen für die Tätigkeit als Assessor im Ludwig-Erhard-Preis sind folgende:
  • Die erfolgreiche Qualifizierung als Assessor durch ein deutschsprachiges Training Managementerfahrung über mehrere Jahre
  • Fundierte Kenntnisse zum Thema Management, speziell praktische Erfahrung in Organisationen, die das Modell anwenden
  • sehr gute Teamfähigkeit
Alle Interessenten für eine Mitwirkung beim Ludwig-Erhard-Preis sollten der Initiative einen kurzen Lebenslauf mit Bild und eine kurze Erläuterung, warum man LEP-Assessor werden möchte, zu mailen. In einem ersten Telefongespräch wird erörtert, ob Sie die notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen mitbringen, die anspruchsvolle Aufgabe zu bewältigen. Für das jeweilige Prozessjahr muss die Bewerbung möglichst bis zum 31. Januar vorliegen, damit man im selben Jahr noch zum Einsatz kommen kann.

Die geeigneten Interessenten erhalten von der Initiative die Rückmeldedokumente und die Termine der Deltatrainings. Diese sollten zeitnah ausgefüllt und an die Projektleitung zurück gemailt werden. Im Januar und Februar finden die Deltatrainings statt. Diese vermitteln das Delta zwischen der allgemeinen Assessorenausbildung und den spezifischen Anforderungen der Mitwirkung beim Ludwig Erhard Preis.

Im Anschluss an das Training bekommen Sie ein individuelles Feedback. Durch die Teilnahme kennen wir Ihre Kompetenzen besser und können Sie gezielter einsetzen. Sie erhalten dann Anfang März die Rückmeldung, bei welchem der Briefings Sie teilnehmen können. Wir bemühen uns, unsere Kosten ohne Beteiligung der Assessoren zu decken. In den letzten Jahren ist es uns gelungen, die Assessoren nur mit Ihren jeweiligen Kosten für die Anreise sowie die zusätzlichen Kosten durch weitere Übernachtungen zu belasten (< 100 €). die Bewerberorganisation trägt das Gros der Briefingkosten.

Briefings für LEP-Assessoren

Das Briefing findet im SEB-Schulungszentrum in Oberursel/Ts. statt. Dort werden die Assessorenteams in Gruppen von ca. 20 Assessoren gemeinsam auf ihre Bewertungsaufgabe vorbereitet. Die neuen Assessoren, pro Briefing-Termin max. fünf Personen, werden dann auf die Teams verteilt. In jedem Team werden im Normalfall ein bis zwei neue Assessoren eingesetzt.

Im Briefing liegt der Fokus auf der Teambildung und dem Verstehen der Bewerberorganisation. Die grundsätzliche Kalibrierung der Assessoren wird vorausgesetzt. Die Teams haben bereits deutlich vor der Briefingveranstaltung (15.4.) ihre Bewerberunterlagen bekommen. Die Assessoren erhalten entweder die 75-seitige Unterlage, oder die kürzere, tabellarische Unterlage, um sich auf die Bewerberorganisation vorzubereiten. Diese ist zu Lesen, aber nicht zu bewerten! Alle wichtigen Verständnisprobleme sind zu notieren und beim Briefing im Team zu besprechen. Es wird das Geschäftsmodell der Bewerberorganisation entwickelt und ein gemeinsames Verständnis im Team herbeigeführt. Am Ende des Briefings werden die Ergebnisse der Arbeiten im Briefing mit Vertretern der Bewerberorganisation besprochen.

Die Bewerbungsunterlagen werden am 15.04., also mindestens zwei Wochen vor dem Briefing-Termin, den Assessoren zugänglich gemacht. Jeder Assessor bekommt ein individuelles Passwort für ein Internet basiertes Tool, welches als Plattform für jedes Team separat die relevanten Dokumente enthält. Sie erhalten die Bewerbung im Normalfall als PDF. Wir arbeiten papierfrei. Ihnen ist es frei gestellt, sich einen Ausdruck selbst zu erstellen. Das Weiterreichen dieser Unterlagen ist strikt verboten.

Die Analyse der 75-Seiten-Bewerberunterlage ist von jedem Teammitglied zu leisten, so dass zu einem späteren Zeitpunkt (ca. sechs Wochen später) sich das Team gezielt auf den Besuch vor Ort vorbereiten kann. Bitte rechnen Sie mit einem nicht unerheblichen Aufwand hinsichtlich dieser Vorbereitung. Es findet keine Wertung vor dem Besuch beim Bewerber statt. Es bedarf auch keiner Rückmeldung an die Jury. Wichtig ist, dass in einem Vorbereitungsgespräch Argumente gegeneinander abgewogen werden, Meinungen ggf. auch geändert werden, und die Team-Leistung einen deutlichen Erkenntnisfortschritt generiert. Die Ergebnisse der Assessoren-Teams dienen nur dazu, den Vor-Ort-Besuch zu planen und vorzubereiten. Dieser kann nur dann entfallen, wenn ein Bewerber keine für den Zweck taugliche Vorbereitung zustande bringt (absolute Extremfälle). Im Regelfalle findet der Besuch statt.

Wenn vom Bewerber die tabellierte Unterlage ausgeht, wird ohne Zwischenschritte gleich mit dem Vor-Ort-Besuch fortgesetzt. Da die Assessoren mit einem geringen Vorwissen über die Bewerberorganisation in den Firmenbesuch einsteigen, ist der Aufwand die Fakten vor Ort zu sichten höher, als wenn sich der Bewerber vorab ausführlicher darstellt. Es werden vom Bewerber diverse Informationen anhand der vorhandenen Dokumentation gesichtet, ehe der Besuch vor Ort startet. Das intensive Assessment vor Ort kompensiert die geringere Informationstiefe zu Beginn des Prozesses.

Vor-Ort-Termin

Beim Vor-Ort-Besuch fährt das Team auf Kosten des Bewerbers zu dessen Standort und betrachtet vor Ort das Managementsystem. Dabei handelt es sich nicht um ein Audit, sondern es geht um die Validierung der Erkenntnisse, die aus der Schriftform der Bewerbung gezogen wurden, und es geht um die Schließung von Wissenslücken, die aufgrund der Kürze der Bewerbungsunterlage offen geblieben sind. Mit der kurzen Bewerbungsschrift ist der Bedarf, grundsätzliche Informationen zu den Vorgehensweisen der Bewerberorganisation zu erlangen, besonders hoch. Es müssen die Stärken und Potenziale direkt vor Ort ermittelt werden.  Der Besuch baut auf den Erkenntnissen der Bewerbungsunterlage auf. Nach der entsprechenden Validierung der Aussagen der Unterlage bzw. dem Schließen aller relevanten Wissenslücken geht das Team in Klausur, bildet seine Meinung aufgrund der getroffenen Feststellungen vor Ort und erzeugt den sog. Ergebnisbericht.

Ergebnisbericht und Jury-Entscheidung

Dieser geht zunächst an die Jury, die aufgrund des Ergebnisberichts des Teams zu einer Entscheidung kommt, wer den Ludwig-Erhard-Preis gewinnt, wer eine Auszeichnung erhält und wer zu den Finalisten zählt. Der Ergebnisbericht wird anschließend an die Bewerberorganisation weitergereicht. Im November findet dann die Verleihungsveranstaltung des Ludwig Erhard Preises statt, an der viele unserer  Assessoren (kostenlos) teilnehmen.

Organisationen, die den Finalistenstatus des Ludwig-Erhard-Preises nicht erreichen, aber über 300 bzw. 400 Punkte erzielen, wird das Zertifikat "Recognised for Excellence" mit 3 bzw. 4 Sternen zuteil, das bei der EFQM dann vom Bewerber für 500 € erstanden werden kann.

Die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V.
kooperiert mit

Die Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V.
ist Partner der EFQM

Initiative Ludwig-Erhard-Preis e.V.

Ludwig-Erhard-Straße 16a
61440 Oberursel
Tel. +49 (0)6171 8876881
Fax  +49 (0)6171 8876889
info@ilep.de
www.ilep.de
Der deutsche Ludwig-Erhard-Preis, der 1997 erstmals vergeben wurde, ist der älteste und hochwertigste deutsche Excellence-Preis, mit dem Unternehmen oder Institutionen ausgezeichnet werden, die sich um Excellence made in Germany verdient gemacht haben.